BHW wächst mit privater Vorsorge
Mit überdurchschnittlichen Neugeschäftszuwächsen im Fonds- und Lebensversicherungsgeschäft sowie mit Marktanteilsgewinnen in der privaten Baufinanzierung sieht sich die BHW Gruppe in ihrer neuen strategischen Ausrichtung auf die Private Vorsorge bestätigt. "Die Neugeschäftserfolge bilden eine gute Basis für unser Ziel, künftig zu den Top 3 im Wachstumsmarkt der Privaten Vorsorge in Deutschland zu gehören", erklärte BHW Vorstandschef Reinhard Wagner auf der Jahrespressekonferenz des Hamelner Finanzkonzerns.
Basis der neuen Vorsorge-Strategie sei weiterhin die Immobilie als "Altersvorsorgeabsicherung Nr. 1 der Deutschen", erklärte Wagner. Baufinanzierung und Bausparen sowie der deutliche Ausbau neuer Produktfelder wie Fonds und Private Rente seien die Kernelemente der künftig komplett auf die Private Vorsorge ausgerichteten Produktstrategie.
Bereits im abgelaufenen Jahr 2000 sei BHW im Vorsorge-Markt gut vorangekommen. So habe man im Fondsgeschäft den Absatz mehr als verdoppeln können. Auch im Baufinanzierungsgeschäft wurde die Marktposition durch Marktanteilsgewinne weiter ausgebaut. Hier wurden den Kunden rund 9,6 Mrd. Euro für private Wohnungsbauzwecke zur Verfügung gestellt. Während die Hypothekenbranche einen hohen zweistelligen Rückgang zu verzeichnen habe, liege BHW mit einem nur leichten Minus bei den Auszahlungen von Hypotheken- und Bauspar-Kollektivgeldern signifikant besser als die Branche. Entsprechend stieg der Marktanteil von 7 auf 8,1 Prozent. Das Bausparneugeschäft habe sich - so Wagner - erwartungsgemäß unter dem Ausnahmejahr '99 bewegt. Dennoch seien auch hier im Zweijahresvergleich leichte Marktanteilsgewinne zu verzeichnen.
Konzernweit habe BHW im Jahr 2000 den Kundenbestand um rund 100.000 auf nunmehr 3,24 Millionen Kunden ausbauen können.
Fonds und Lebensversicherungen überdurchschnittlich
BHW Bank und BHW Lebensversicherung konnten ihr Vorsorgegeschäft deutlich ausweiten. Der Fondsabsatz stieg um 106 Prozent auf 192 Mio. Euro sowie um über 41 Prozent in der Anzahl. Die Bruttobeitragseinnahme der Lebensversicherung legte um 7,9 Prozent zu - doppelt so stark wie in der Branche. Dabei wuchsen die Bestände im Bereich der Kapital bildenden Versicherungen sogar um 11,8 Prozent. Die policierten Neuabschlüsse wurden gegenüber dem Normaljahr '98 um 19,2 Prozent auf 630 Mio. Euro gesteigert. Wegen des "Eichel-Effekts" sieht die Branche das Jahr '99 nicht als aussagefähige Vergleichsbasis.
Marktanteilsgewinne im Baufinanzierungsgeschäft
Angesichts des unerwarteten Einbruchs der Baukonjunktur - der Verband der Hypothekenbanken vermeldet einen Rückgang der Wohnungsbaudarlehen um über 35 Prozent - musste der BHW Konzern im reinen Hypothekengeschäft zwar auch ein Minus von gut 11 Prozent hinnehmen, konnte aber damit seine Marktposition durch Marktanteilsgewinne weiter ausbauen. Das Darlehnsvolumen aus dem bausparunabhängigen Hypothekengeschäft des BHW Konzerns beläuft sich auf insgesamt 5,8 Mrd. Euro. Davon entfallen 1,6 Mrd. Euro auf die Allgemeine HypothekenBank und 4,2 Mrd. Euro auf die beiden inländischen Bausparkassen der BHW Gruppe. Der außerkollektive Bestand an Baudarlehen der beiden Bausparkassen stieg um 11,3 Prozent auf 24 Mrd. Euro.
Bauspargeschäft auf Normaljahresniveau
Erwartungsgemäß war das Bausparneugeschäft nach dem Ausnahmejahr '99 sowie, bedingt durch den Einbruch der Baukonjunktur, rückläufig. Zusammengefasst erzielten die drei Bausparkassen unter dem Dach der BHW Gruppe ein beantragtes Neugeschäft von 10,8 Mrd. Euro und eine Vertragsstückzahl von 664.000 Verträgen. Zum vergleichbaren Jahr '98 ist dies eine Steigerung von 5,8 Prozent in der Anzahl und ein Rückgang von gut 4 Prozent in der Summe. Zum Vorjahr liegt das Minus bei rund 25 Prozent.
Das Neugeschäft der BHW Bausparkassen (BHW Allgemeine und BHW Bausparkasse) summiert sich im eingelösten Geschäft auf 8,9 Mrd. Euro und eine Stückzahl von 424.000 Verträgen. Hier zeigt der Vergleich zum Jahr '98 in der Summe ein Minus von 9,7 Prozent und zum Vorjahr einen Rückgang von 25,7 Prozent.
Dennoch ist es gelungen, den Marktanteil auf der Zeitachse von 1998 zu 2000 von 12,4 Prozent auf 12,6 Prozent zu steigern.
Im Ausland wuchs das Bausparneugeschäft von BHW um 8,5 Prozent auf nun 1,1 Mrd. Euro. Den größten Anteil mit 776 Mio. Euro hat Tschechien.
Zuteilungsauszahlungen auf Rekordniveau
Ein Rekordniveau erreichten die Zuteilungen der beiden Bausparkassen. So stiegen die Zuteilungsauszahlungen um 8,2 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro.
Im Geschäftsfeld Baufinanzierungen hat der BHW Konzern damit zusammen mit den außerkollektiven Baufinanzierungen seinen Kunden im Jahr 2000 rund 9,6 Mrd. Euro für private Wohnungsbauzwecke zur Verfügung gestellt. Trotz eines leichten Rückgangs von 4,8 Prozent bedeutet dies im Branchenvergleich eine Steigerung des Marktanteils von 7 auf 8,1 Prozent.
Stabile Ertragsentwicklung
Nach den Worten von Vorstandschef Wagner zeichnet sich für das Jahr 2000 eine stabile ertragswirtschaftliche Entwicklung des Konzerns ab. Man werde das prognostizierte Ziel, das anspruchsvolle Ergebnisniveau des Jahres 1998 zu erreichen, sogar leicht überschreiten. Im Gegensatz zu den deutlichen Ergebnisrückgängen anderer primär auf das Bausparen ausgerichteter Marktteilnehmer habe sich die Strategie von BHW bewährt, rechtzeitig mehrere Standbeine und Ertragsfelder außerhalb des Bausparens aufzubauen. In diesem Zusammenhang verwies Wagner auch auf die deutlichen Kurssteigerungen der BHW Aktie im zurückliegenden Jahr. Er erwarte, dass angesichts der auf den Wachstumsmarkt Private Vorsorge ausgerichteten Neupositionierung sich der Aktienkurs von BHW weiter positiv entwickeln werde.
Ausblick
Für das Jahr 2001 zeigt sich Wagner zuversichtlich. Bestätigt werde diese Zuversicht durch einen guten Jahresauftakt. So konnte BHW im Januar in allen Geschäftsfeldern das Neugeschäft klar steigern. Während Wagner insbesondere bei den neuen Vorsorgeprodukten deutliche Zuwächse erwartet, geht er im Baufinanzierungsgeschäft von einer Stabilisierung des Marktes aus. Auch in diesem Geschäftsfeld werde man jedoch die eigene Marktposition weiter ausbauen. Mit Blick auf die weitere ertragswirtschaftliche Entwicklung sei - so Wagner - die allgemeine Zinsentwicklung von Bedeutung. Derzeit könne für 2001 von einem leicht niedrigeren Zinsniveau ausgegangen werden.
Angesichts der Bedeutung des Wohneigentums als Kernelement der Privaten Altersvorsorge appellierte Wagner an die Politik, das Bausparen als Grundvoraussetzung für den Erwerb der eigenen vier Wände ebenso stark zu fördern, wie dies für andere Vorsorgeprodukte vorgesehen sei. Hierzu sei es u. a. notwendig, die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmer-Sparzulage zu verdoppeln sowie die Einkommensgrenzen für die Bausparförderung abzuschaffen.
Wichtige Zahlen auf einen Blick:
Geschäftsfeld Vorsorge:
* Fondsgeschäft + 106 Prozent
* Beitragseinnahmen Lebensversicherung + 7,9 Prozent
Geschäftsfeld Baufinanzierung:
* Marktanteil von 7 auf 8,1 Prozent gesteigert
* Mittel für privaten Wohnungsbau 9,6 Mrd. Euro
Weitere Daten:
* Kundenzahl 3,24 Mio. (+ 100.000)
* BHW Aktie + 62 Prozent
Quelle: Pressemeldung BHW Bausparkasse AG
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