DKB hat dubiose Immobiliengeschäfte finanziert

18.05.2010 | Berlin
Dubiose Vertriebe haben überall in Deutschland überteuerte Immobilien mit falschen Versprechungen vermittelt. Anstandslos finanziert wurden diese Immobilien durch Kredite der DKB, eine Tochter der Bayern LB. Die Anleger werfen der Bank deshalb vor, sie im Zusammenspiel mit den dubiosen Vertrieben finanziell ruiniert zu haben.

Der Vorwurf: Die Bank hätte wissen müssen, dass die Kaufpreise für die Wohnungen viel zu hoch waren. Auch hätte sie leicht erkennen können, dass die monatlichen Belastungen für die Wohnungen bewusst zu niedrig angegeben wurden.

Anhand von Sachverständigengutachten weist die Zeitschrift Finanztest in ihrer Juni-Ausgabe nach, dass viele von der DKB finanzierte Wohnungen stark überteuert waren. Finanztest liegen Dokumente vor, nach denen die Bank Immobilien finanzierte, die das 35-fache der Jahresmiete der Immobilien kosteten. Üblich ist bei Gebrauchtimmobilien je nach Zustand und Lage das 15 bis 25-Fache der Jahresmiete.

DKB-Finanzierungsvermittler reichten bei der DKB ausgefüllte Darlehensverträge ein, in denen Vertriebsfirmen ihren Kunden oft viel zu niedrige monatliche Belastungen vorgerechnet hatten. Meist fehlten die Kosten für die Tilgung des Darlehens. Mindestens drei Prozesse haben Anleger inzwischen gegen die DKB in erster Instanz gewonnen. Die DKB habe ihre Beratungspflichten verletzt. Diese hat gegen die Urteile Berufung eingelegt. Dennoch scheint die Bank Konsequenzen gezogen zu haben. Ende März 2009 hat sie ihre Kreditvergaberichtlinien verschärft. Seither seien die Finanzierungen vermieteter Wohnungen extrem zurückgegangen, erklärt ein Anwalt, der Geschädigte vertritt.

Quelle: Pressemeldung Stiftung Warentest

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