Deutsche auf Katastrophen nur wenig vorbereitet

09.10.2008 | München
Sturm Ike in Nordamerika hat es wieder in aller Deutlichkeit gezeigt - Schäden durch Naturkatastrophen nehmen weltweit zu. Auch in Deutschland ist weiterhin mit schweren Überschwemmungen, Wind- und Schneestürmen zu rechnen. Auf eine Katastrophe sind die Deutschen jedoch nur wenig vorbereitet.

28 Prozent der Deutschen wissen nicht, was in einem Katastrophenfall zu tun ist und an welche Anlaufstellen sie sich im Katastrophenfall wenden können. Nur 37 Prozent der Befragten haben Informationen zu Verhaltensregeln im Katastrophenfall und entsprechende Notfallnummern zu Hause parat. Dies ergab eine aktuelle repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Allianz Deutschland AG.

Ein fatales Ergebnis, immerhin würde damit rund ein Drittel der Bevölkerung im Falle eines Falles ohne Orientierung dastehen. Das kann beispielsweise bei Überschwemmungen oder Orkanen wertvolle Zeit Kosten, vielleicht sogar lebensrettende Minuten. Immerhin sind sich die Deutschen der prekären Situation bewusst und befürworten mehrheitlich mit 89 Prozent die Aufnahme der Katastrophenvorsorge in die Lehrpläne an Schulen.

Nur jeder Zwölfte weiß, was die Sirenen-Warnsignale bedeuten

Und mit dieser Forderung sollten sich die Kultusministerien ernsthaft auseinandersetzen, führt man sich die gravierenden Ergebnisse bei der Interpretation von Sirenen-Warnsignalen vor Augen. Das gellende, ohrenbetäubende Sirenenheulen kennt sicher jeder. Aber bei der Deutung eines an- und abschwellenden Heultones von einer Minute Dauer sieht es schon anders aus. Nur jeder Zwölfte (8 Prozent) weiß, dass dieser Alarm auf eine schwer wiegende Gefahr hinweist und die Bevölkerung veranlassen soll, ihre Rundfunkgeräte einzuschalten und auf Durchsagen zu achten. Und je jünger die Befragten werden, umso mehr sinkt die Zahl derjenigen, die diesen Alarm richtig interpretieren können. Bei den unter 29jährigen sind es noch ganze drei Prozent.

Nicht nur Gesellschaft und Politik stehen im Rahmen der Katastrophenvorsorge durch die veränderten klimatischen Bedingungen vor neuen Herausforderungen. Auch die Versicherungsbranche muss die veränderte Risikolandschaft neu bewerten, denn derzeit sind 40 Prozent der weltweiten Versicherungsfälle auf Naturkatastrophen wie Stürme und Flut zurückzuführen. Die Allianz verlässt sich beispielsweise immer weniger auf die einseitige Analyse historischer Daten und bezieht mehr und mehr künftige Risiken durch lokale Wetterphänomene oder Änderungen des globalen Klimas ein. Das Versicherungsunternehmen reagiert auf diese Entwicklung mit verfeinerten Methoden zur Risikoeinschätzung und neuen Produkten, die speziell auf die Folgen des Klimawandels zugeschnitten sind, z.B. einer KFZ Versicherung, die es Autofahrern ermöglicht, ihren eigenen CO2 Ausstoß zu neutralisieren

Quelle: Pressemeldung Allianz SE

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