Mit Transportbeton geht es rund - seit über 100 Jahren

03.05.2010 | Erkrath
Kaum eine Spielzeugkiste, in der sie nicht zu finden sind. Kaum ein Tag, an dem man sie nicht auf den Straßen fahren sieht: Fahrmischer. Sie sind unverkennbar und jedem Kind bekannt. Die auffälligen Fahrzeuge mit den sich drehenden Trommeln haben eine ganz besondere Aufgabe, denn sie befördern Deutschlands meist genutzten Baustoff - den Transportbeton.

Über die Hälfte des Betonabsatzes entfallen heute auf Transportbeton. Mehr als 6500 Fahrmischer transportieren Tag für Tag über 150.000 Kubikmeter von einem der rund 1900 Transportbetonwerke auf direktem Weg zu den Baustellen. Zusammen mit den von Kunden selbst abgeholten Mengen waren dies 2009 rund 37,7 Mio. Kubikmeter Transportbeton.

Die Beliebtheit des Transportbetons kommt nicht von ungefähr, denn durch seine Robustheit, die Dauerhaftigkeit und die schier unbegrenzten architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten kommt heute kaum ein anspruchsvolles Bauwerk ohne ihn aus. Als Fundamentbaustoff ist Transportbeton bei Gebäuden hervorragend für den Keller geeignet, bei Brücken sorgt er für langfristige Standsicherheit. Wird er als Wandbaustoff eingesetzt, bietet er optimalen Brand- und Lärmschutz und ermöglicht schlanke wie energieeffiziente Konstruktionen.

Von 1903 bis heute: Ein steiniger Weg zum Baustoff Nr. 1

Ob Jürgen Hinrich Magens diese Erfolgsgeschichte wohl voraussehen konnte? Der ehemalige Hamburger Regierungsbaumeister war es, der sich am 10. Januar 1903 sein "Verfahren, fertigen Zementbeton ohne Beeinträchtigung seiner Bindefähigkeit aufzubewahren" vom Deutschen Patentamt in Berlin patentieren ließ - und somit der Erfinder von Transportbeton ist. Magens selbst gründete noch 1903 in Hamburg das weltweit erste Transportbetonwerk. Hintergrund seines Patents war die bereits um 1870 vom britischen Ingenieur Deacon geäußerte Überzeugung, dass die allgemeine Bautätigkeit wesentlich einfacher zu gestalten wäre, wenn der Beton einbaufähig zur Baustelle geliefert würde. Denn zu dieser Zeit war es vielfach so, dass Handwerker den Beton auf der Baustelle selbst gemischt haben - das war umständlich und kostete viel Zeit. So experimentierte Jürgen Hinrich Magens Ende der 1890er Jahre mit Kies, Sand, Zement und Wasser und suchte nach einem Verfahren, das fertig gemischten Beton über längere Zeit "haltbar" und somit transportfähig machte. Als er schließlich den richtigen Mix gefunden hatte, nannte er sein Produkt "Transportbeton".

Kurze Zeit später wurde das Fundament des Hamburger Hauptbahnhofs aus Transportbeton hergestellt. Die breite industrielle Nutzung des Verfahrens ließ jedoch in Deutschland noch auf sich warten. Erst Mitte der 1950er Jahre brachte die Entwicklung von Fahrmischern einen entscheidenden Schub für den Transportbeton in Deutschland. Die Zahl der Betonwerke stieg. Findige Forscher, sachkundige Planer und kreative Bauherren entdecken immer neue Anwendungs- und Gestaltungsmöglichkeiten des vielseitigen Baustoffs. Ein Ende ist nicht in Sicht - die Erfolgsgeschichte geht weiter.

Quelle: Pressemeldung BetonMarketing Deutschland GmbH

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