Der Regierungsentwurf zur privater Altersvorsorgereform wird von der Deutschen Kreditwirtschaft als Chance zur Senkung von Kosten und Erhöhung von Renditechancen begrüßt. Steuerlich geförderte Wertpapiersparpläne und ein Depot ohne Beitragsgarantien ermöglichen kosteneffiziente Anlagestrategien und machen die Vorsorge transparenter. Die geplante Auszahlung mit hoher Flexibilität bis zum vollendeten 85. Lebensjahr unterstützt individuelle Bedürfnisse. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind ein balanceorientierter Kostendeckel sowie die Beteiligung von Selbstständigen und Freiberuflern an der Förderung.
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DK begrüßt Modernisierungsschritt gegen Komplexität und Bürokratie in Vorsorge
Die Deutsche Kreditwirtschaft hält den vorliegenden Entwurf für eine zentrale Chance, die private Altersvorsorge in Deutschland grundlegend zu modernisieren und nachhaltig zu stärken. Wesentlich ist eine praxistaugliche Umsetzung, die unnötige bürokratische Hürden konsequent meidet und Informationspflichten auf das absolut Notwendige beschränkt. Dadurch wird verhindert, dass Kundinnen und Kunden durch zu viele Details blockiert werden. Nur auf diese Weise kann der Reformvorschlag sein volles Potenzial entfalten und Vertrauen schaffen.
Altersvorsorge neu gedacht: Flexibles Depot und Wertpapiersparplan effizient kombiniert
Daniel Quinten, federführendes Vorstandsmitglied im Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken und Vertreter der Deutschen Kreditwirtschaft, stellt das neue Konzept eines privaten Altersvorsorgedepots ohne Beitragsgarantien vor. Im Mittelpunkt der Reform steht die Einführung eines steuerlich geförderten Wertpapiersparplans, der Verbraucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit bietet, kostengünstig und flexibel in eine breite Auswahl an Wertpapieren zu investieren. Dies stärkt die Chancen auf attraktive, langfristige Renditen und eröffnet neue Gestaltungsfreiheiten.
Reform stärkt individuelle Rentenmodelle mit flexiblen Auszahlungen bis 85
Die Reform ersetzt die verpflichtende Verrentung durch ein flexibles Auszahlungsmodell, das Versicherten erlaubt, bis zum vollendeten 85. Lebensjahr über ihr Alterskapital zu verfügen. Sie können Auszahlungen proportional anpassen, Einmalentnahmen tätigen oder Ansparbeträge länger belassen. Dieser Spielraum fördert eine individuelle Liquiditätsplanung im Ruhestand, mindert das Risiko von Unterabsicherungen und steigert zugleich die Attraktivität privater Vorsorgeprodukte durch die Möglichkeit, finanzielle Entscheidungen an persönliche Ziele anzupassen.
Standarddepot-Kostendeckel darf Beratungsqualität nicht dauerhaft ökonomisch unter Druck setzen
Aus Sicht der Deutschen Kreditwirtschaft darf eine rigide Deckelung der Kosten im Standard-Altersvorsorge-Depot nicht dazu führen, dass persönliche Beratung wirtschaftlich unattraktiv wird und reduziert angeboten wird. Wenn Gebühren zu stark limitiert sind, verlieren Berater die Möglichkeit, individuell auf die Bedürfnisse von Anlegern einzugehen und komplexe Fragen umfassend zu beantworten. Besonders einkommensschwache oder finanzunerfahrene Personen, die angewiesen auf persönliche Betreuung sind, wären hiervon direkt betroffen und ohne zusätzliche Kosten belastet werden.
Alle Gewerbetreibende ohne Rentenversicherung profitieren jetzt von geplanter Förderungsoffensive
Die DK fordert, dass staatliche Anreize zur privaten Altersvorsorge auch für Selbstständige, Freiberufler und kleine Gewerbebetriebe gelten. Unter Berufung auf eine Bundesratsinitiative soll so eine Versorgungslücke für jene geschlossen werden, die nicht gesetzlich rentenversichert sind. Die Maßnahme sieht steuerliche Vergünstigungen sowie staatliche Zuschüsse vor und ermöglicht diesen Berufsgruppen, ihre Altersabsicherung eigenverantwortlich und nachhaltig zu gestalten, um im Ruhestand finanziell abgesichert zu sein.
Marktbasierte Reform stärkt Innovationskraft und bedarfsorientierte Produktlösungen der Anbieter
Durch die Ausrichtung auf Privatwirtschaftlichkeit schafft der Gesetzentwurf nachhaltige marktwirtschaftliche Impulse und belebt den Wettbewerb im Altersvorsorgebereich. Finanzdienstleister erhalten dadurch die Gelegenheit, passgenaue Vorsorgekonzepte für verschiedene Einkommensgruppen und Alterskohorten zu entwickeln, die mit unterschiedlichen Risikostufen und Kostenoptionen daherkommen. Darüber hinaus eröffnet die privatwirtschaftliche Plattformstruktur Kooperationen zwischen Banken, Versicherern und Fintech-Start-ups, um innovative Technologien zu integrieren, digitalisierte Prozesse zu dynamisch verschlanken und ein vielfältiges sowie maßgeschneiderte effizientes Serviceangebot für Kunden bereitzustellen.
Garantiefreies Depot: Fokus auf Rendite statt Sicherheiten für alle
Mit der vorgeschlagenen Reform werden ein steuerlich begünstigter Wertpapiersparplan und ein Altersvorsorgedepot ohne Garantien eingeführt, um private Vorsorge kosteneffizienter zu gestalten. Anleger bekommen Zugang zu flexiblen Investmentstrategien und erhöhen so die Aussicht auf höhere Renditen. Die frei wählbare Auszahlung bis zum vollendeten 85. Lebensjahr unterstützt persönliche Lebenspläne. Die Belebung des Wettbewerbs auf dem Vorsorgemarkt verspricht vielfältige Produktinnovationen. Ein angemessen justierter Kostendeckel und die Aufnahme Selbstständiger sind entscheidend für flächendeckende Akzeptanz.

